

Altlasten und Bodenschutz: Übersicht
Fachbegriffe
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Eine Altlast liegt vor, wenn eine schädliche Bodenveränderung (link weiter unten) durch stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen oder Deponien (Altablagerungen) oder aber stillgelegte Industrieanlagen bzw. sonstige Grundstücke, auf denen mit Umwelt gefährdenden Stoffen umgegangen wurde (Altstandorte), entstanden ist.
Sind stillgelegte Anlagen zum Ablagern von Abfällen und sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind.
Altlast-Verdachtsflächen oder altlastverdächtige Flächen
Sind Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit besteht.
Grundstücke stillgelegter Anlagen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist.
Sind Flächen auf denen Material oberhalb der Geländeoberkante (Aufschüttungen) oder in eine Hohlform (Verfüllungen) eingebracht wurde. Sie können als ungeordnete Schüttung oder in Form von Halden, Dämmen und Verfüllungen von Teichen oder Gräben erfolgt sein.
Leichtflüchtige aromatische Kohlenwasserstoffverbindung, die unter anderem bei der Destillation von Steinkohlenteer gewonnen wird. Dient als wichtiger Ausgangsstoff zur Herstellung aromatischer Verbindungen in der organischen Industrie. Zählt zu den eindeutig als krebserzeugend ausgewiesenen Stoffen. In der Altlastenbearbeitung wird in der Regel BTEX Bodenluft (Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) analysiert.
Definitionsgemäß basieren digitale Bodenbelastungskarten auf Untersuchungen zur stofflichen Belastung von naturnah genutzten Oberböden in einer Kommune. Sie stellen die geschätzten Stoffgrundgehalte einzelner Stoffe flächenhaft dar. Sie dienen als Grundlagen für die Aufgaben des Bodenschutzes und für das konkrete Verwaltungshandeln.
Es werden drei Funktionen unterschieden:
1. natürliche (ökologische), wie Lebensraum für Mensch, Tier und Raum für den Naturhaushalt
2. Archiv für Natur- und Kulturgeschichte
3. Standort für Besiedelung, Landwirtschaft oder sonstige Nutzungen
Wenn die Bodenfunktionen nachhaltig gestört sind, z.B. durch den Eintrag von Schadstoffen, durch Bodenverdichtung oder -erosion, s. a. schädliche Bodenveränderung
Als Flurabstand bezeichnet man den lotrechten Abstand zwischen der Geländeoberfläche und der Grundwasseroberfläche.
Der Flurabstandsplan weist Flächen mit den entsprechenden Flurabständen aus.
ist der zusammenfassende Begriff für Untersuchungen und Beurteilungen, die notwendig sind, um die Gefahrenlage bei einer altlastverdächtigen Fläche abschließend zu klären. Als Arbeitsschritte einer Gefährdungsabschätzung lassen sich eine erste Beurteilung der Sachlage (Erstbewertung) sowie gestufte örtliche Untersuchungen und darauf basierende Beurteilungen unterscheiden.
Gefährdungspfade/Wirkungspfade
Sind die Wege auf denen Schutzgüter (Boden, Grundwasser, Pflanzen, Luft und im Endeffekt die menschliche Gesundheit) mit Schadstoffen belastet werden können.
Dies sind im Wesentlichen
· Boden-Mensch: Hautkontakt, orale Aufnahme,
· Boden-Staub-Mensch: Einatmen oder Aufnahme durch den Mund
· Boden-Bodenluft-Mensch: durch Ausgasungen in die Atmosphäre oder in geschlossenen Räume
· Boden-Grundwasser: durch Sickerwasser aus belasteten Bodenschichten
· Boden-Pflanze-Mensch: Verzehr von schadstoffbelastetem oder bodenverschmutztem Obst oder Gemüse
Oberbegriff für Werte zu Schadstoffgehalten in Böden, Bodenluft und Grundwasser. Siehe Vorsorgewerte, Prüfwerte, Maßnahmenwerte, Hintergrundgehalte.
Als Grundwassergleichen bezeichnet man die Verbindungslinien gleicher Spiegelhöhen (= Niveau der Grundwasseroberfläche an einer Messstelle bezogen auf eine Bezugsfläche, in der Regel "m über NN"). In dem Grundwassergleichenplan werden die unterschiedlichen Gleichen dargestellt.
Regelmäßige Beobachtung der Grundwasserqualität und des Grundwasserstandes an einer oder mehreren Grundwassermessstellen.
Hiermit ist im allgemeinen der Schadstoffgehalt eines Bodens gemeint, der sich aus der naturbedingten (=geogenen) und durch diffuse Verteilung (z.B. durch Autoabgase) überall vorhandenen (=anthropogenen) Belastung zusammensetzt. Letzteres wird auch ubiquitäre Belastung genannt und stellt quasi eine weltweite Verbreitung von Schadstoffen z.B. durch die Industrialisierung dar.
Alle Flächen, zu denen Informationen über Altstandorte, Altablagerungen und Anschüttungen vorliegen, z.B. Gewerbeflächen, auf denen evt. mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde oder unsystematische Anschüttungen, die in Luftbildern zu erkennen sind. Ein hinreichender Verdacht oder Nachweis über tatsächliche Verunreinigungen liegt noch nicht vor.
Nutzungsbezogene Werte, bei deren Überschreitung von einer schädlichen Bodenveränderung auszugehen ist und die die Einleitung von Maßnahmen erforderlich macht. Maßnahmenwerte liegen nur für wenige Schadstoffe vor. Sie werden bei Bedarf für Nutzungsszenarien auf dem Standort vom Gutachter berechnet s.a. Prüfwerte (link).
Findet statt auf Flächen, die dem natürlichen Bewuchs und der Besiedlung durch Tiere, ohne Eingriff durch den Menschen, überlassen werden
Orale Aufnahme
Hiermit ist die Aufnahme von Giftstoffen durch Verzehr (Essen/Trinken) gemeint.
Orientierende Bodenuntersuchung
In einem ersten Schritt werden die auf Basis der Erstbewertung ermittelten Kenntnisse oder begründeten Vermutungen über das Vorkommen bestimmter Schadstoffe untersucht. Diese Untersuchungen können bei Bauvorhaben im Zusammenhang mit Baugrunduntersuchungen erfolgen. Um unnötigen Kostenaufwand zu vermeiden sollte das Untersuchungsprogramm mit dem Referat Umwelt, Abteilung Altlasten/Bodenschutz, abgestimmt werden.
Abkürzung für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Sie sind in Kohle und Erdöl enthalten. Krebserzeugende PAK können insbesondere bei unvollständigen Verbrennungsprozessen entstehen und z.B. bei der Gewinnung von Teer aus Kohle.
Nutzungsbezogene Werte, bei deren Unterschreitung keine Gefahr gegeben ist. Bei Überschreitung ist eine Gefahr nicht auszuschließen. Es wird eine einzelfallbezogene Prüfung durchgeführt um festzustellen, ob eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast vorliegt.
Eine schädliche Bodenveränderung liegt gemäß BBodSchG vor, wenn bestimmte Bodenfunktionen so beeinträchtigt werden, dass hierdurch Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit entstehen.
Schwermetalle/Schwermetallkonzentration
Metalle mit hoher Dichte wie Zink, Kupfer, Chrom, Cadmium, Blei, Quecksilber u.a. Einige sind in geringen Mengen lebensnotwendig. Viele Schwermetalle wirken jedoch in bestimmten erhöhten Konzentrationen giftig auf Mensch, Tier und Pflanze. Sie werden in vielfältiger Weise industriell genutzt und gelangen z.B. über den Abfall oder bei Verbrennungsprozessen in die Umwelt.
Sicherungs-/Sanierungsmaßnahmen
Technische Maßnahmen, die zur Entfernung der Schadstoffe (z.B. Grundwassersanierung durch Abpumpen und Reinigung) oder den dauerhaften Verbleib der Schadstoffe im Boden (Abdeckung von Altlasten durch eine wasserundurchlässige Schicht aus Boden/Folie oder ä.)dienen.
Vorsorgewerte sind Bodenwerte, bei deren Überschreitung die Besorgnis besteht, dass eine schädlichen Bodenveränderung entstehen könnte.
Altlasten und Bodenschutz: Übersicht
|
Umweltportal Gelsenkirchen - Referat Umwelt |
Start |
