Systematische Schulhofuntersuchungen


 

Von der Stadt Gelsenkirchen wurde 2001/2002 eine systematische Erhebung wichtiger Kenndaten an allen städtischen Schulgeländen und eine Untersuchung der sensibel genutzten Schulhofbereiche in Form eines Modellprojektes durchgeführt.

 

Dafür waren die folgenden Gründe ausschlaggebend:

  • Schulgelände, vor allem von Grundschulen, werden intensiv genutzt - besonders wenn Spielflächen mit entsprechender Ausstattung (Spielgeräte, Sandkasten) oder Schulgärten und "Biotope" vorhanden sind. Sie sind in den meisten Fällen auch außerhalb der Schulzeit zum Spielen freigegeben. Sie sind daher genau wie die Spielplätze (1989) einer systematischen Untersuchung zu unterziehen
  • Im Bereich von Schulgeländen sind problematische Baustoffe besonders in früherer Zeit (z.B. teerölgebundener Asphalt, Aschen, schwermetallreicher Dolosplitt) zum Einsatz gekommen. Oft sind auch Auffüllungsmaterialien unbekannter Herkunft und Zusammensetzung eingebaut worden.
  • Im Vorfeld von Umgestaltungs- und Entsiegelungsmaßnahmen, die oft von Fördervereinen in Eigenregie durchgeführt werden, soll das Risiko für aufwendige und teure Entsorgungen von Aushubmaterial abgeschätzt werden können.

 

Bild Grundschule Spindelstraße Spielbereich
Grundschule Spindelstraße, Spielbereich


Da die Bezirksregierung Münster das Projekt mit der Bereitstellung von Fördermitteln unterstützte, konnte die Stadt Gelsenkirchen, Abteilung Bodenschutz/Altlasten in enger Kooperation mit dem Referat Schule, ein Ingenieurbüro aus Bochum mit der systematischen Bewertung und Untersuchung der Gelsenkirchener Schulgelände in zwei Schritten beauftragen:

 

In einem ersten Schritt erfolgte die systematische Erhebung der relevanten Kenndaten an allen 98 städtischen Gelsenkirchener Schulgeländen durch Ortsbesichtigung und Kartierung wie zum Beispiel die Ermittlung der Spielflächen und Schulgärten, Art und Zustand der Versiegelung und anderes. Auf dieser Datenbasis wurde eine Prioritätenliste für die weitere Bodenerkundung erstellt.

 

Im zweiten Schritt wurden Geländeuntersuchungen an allen Schulen höherer Priorität (45 Schulen) durchgeführt. Etwa 40 % dieser Schulen verfügen über besondere Kinderspielflächen und mehr als die Hälfte aller untersuchten Schulen weisen (meist kleine) Schulgärten auf. Oberbodenuntersuchungen wurden im Bereich der Spielflächen und Schulgärten durchgeführt, der Untergrund - auch der versiegelten Flächen - wurde orientierend durch Rammkernsondierungen bis in den gewachsenen Boden erkundet.

 


Ergebnisse / Bewertung

 

Potenzielle Gefährdungspfade sind der Direktkontakt; darüber hinaus in Einzelfällen die orale Aufnahme durch den Verzehr von schadstoffbelastetem bzw. verunreinigtem Obst und Gemüse aus Schulgärten.

 

Für die Bewertung der schadstoffbelasteten Oberböden existieren ausreichende Bewertungsgrundlagen (Vorsorge- und Prüfwerte der Bodenschutzverordnung), (Richt- bzw. Grenzwerte für versiegelte Bereiche insbesondere für teerhaltigen Asphalt existieren dagegen nur im Zusammenhang mit der Entsorgung des Materials.

 

Die Untersuchungsergebnisse der Freiflächen zeigten ein weitgehend erfreuliches Bild - nur zwei Schulgelände wiesen sanierungsbedürftige schadstoffbelastete Oberböden auf. Darüber hinaus ergab die Untersuchung der versiegelten Bereiche aber zahlreiche PAK- (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) haltige Teerdecken im Bereich der Schulgelände. Eine Gesundheitsgefahr kann von diesem Material dann ausgehen, wenn die teerhaltigen und damit mit PAK verunreinigten Asphaltdecken in leicht aufnehmbarer Form auf einem Schulgelände vorhanden sind (z. B. bei zersetztem, bröseligem Teerasphalt).

 

Insgesamt wurde kurz- bis mittelfristiger Handlungsbedarf bei 11 Schulgeländen gesehen.

 

Darüber hinaus kommen für die Stadt Gelsenkirchen auch erhöhte Kosten bei Baumaßnahmen, Schulhofentsiegelungs- bzw. Umgestaltungsmaßnahmen auf Schulgeländen zu, die schadstoffbelastete (meist PAK-belastete) Tragschichten bzw. belastete Anschüttungsmaterialien im Untergrund aufweisen. Diese Mehrkosten sind nunmehr im Vorfeld abschätzbar. Grundsätzlich können auf der Basis der aktuellen Untersuchungsergebnisse künftige Umgestaltungsmaßnahmen nun besser kalkuliert und platziert werden.

 

 

Sanierungsmaßnahmen

 

Die Verwaltung hat die notwendigsten Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen (punktuelle Ausbesserung des schadhaften Asphalts, und die Entsorgung der Bahnschwellen, bzw. Nutzungsaufgabe -Schulgarten) für die betroffenen Schulgelände im Jahre 2002 eingeleitet. Zum Teil besteht daher kein Handlungsbedarf mehr.

 

Die Ausbesserung des schadhaften Teerasphalts allein ist allerdings keine dauerhafte Lösung.

 

Die flächendeckende Aufnahme und Entsorgung der schadhaften, teerhaltigen Asphaltdecken und die Beseitigung bzw. Abdeckung der belasteten Oberböden der sensibel genutzten Flächen waren aufgrund der hohen Kosten bei der aktuellen Haushaltslage der Stadt Gelsenkirchen mit Eigenmitteln jedoch nicht umsetzbar.


Mit Fördermitteln der Bezirksregierung konnte im Herbst 2003 mit den ersten großflächigen Sanierungsmaßnahmen begonnen werden.

 

Ausführliche Informationen erhalten Sie im

 

Referat 60 - Umwelt

Abteilung Bodenschutz/Altlasten

Frau Sobczak

Tel.: 0209 169-4122

 

 

 

 

 


Umweltportal Gelsenkirchen - Referat Umwelt

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