

Lärm - Begriffe
Schall
ist die Ausbreitung von kleinsten Druck- und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium (Gase, Flüssigkeiten, Festkörper). Es handelt sich physikalisch um Wellen, die sich technisch erfassen und beurteilen lassen. Sie entstehen durch Schwingungen einer oder mehrere Schallquellen (wie z. B. Stimmbänder, Lautsprechermembranen), die durch Luft, Wasser oder Festkörper (z. B. Fenster) wellenförmig weitergeleitet werden und auf unsere Ohren treffen. Je mehr Schwingungen bzw. Schallwellen auftreten, umso höher ist der Ton, den man hört.
Schallimmission
ist die Einwirkung von Schall auf einen Ort, z. B das Ohr. Die lokale physikalische Auswirkung des Geräusches ist der an diesem Ort vorhandene Schalldruck. Die Schallimmission ist abhängig von der Schallemission und der Schallausbreitung. Der Schalldruckpegel oder Schallpegel ist ein logarithmisches Maß zur Beschreibung der Stärke eines Schallereignisses. Gemessen wird der Schalldruckpegel in Dezibel (dB).
Das Dezibel (dB)
ist eine Maßeinheit für den Schall. Die in der Akustik verwendete Dezimalskala ist logarithmisch aufgebaut, das bedeutet beispielsweise, dass wenn man den Schallpegel um 10 Dezibel (dB) erhöht, dies einer Verzehnfachung des Schalldrucks entspricht, was subjektiv als Verdopplung des Lärms empfunden wird. Außerdem ergeben beispielweise zwei gleiche Schallpegel in der Summe lediglich eine Erhöhung um 3 dB (60 dB + 60 dB = 63 dB).
Schallemission
ist der in Dezibel gemessenen Schallleistungspegel, der von einer oder mehreren Schallquellen ausgesendet (emittiert) wird.
Geräusche
sind das Auftreten unterschiedlicher Töne zur gleichen Zeit. Sie werden entweder mit einem Schallpegelmessgerät gemessen oder es werden standardisierte Berechnungsverfahren angewendet. Diese sind frei von Zufälligkeiten und ermöglichen so die Prognose der Auswirkungen zukünftiger Vorhaben. Voraussetzung ist allerdings die Wahl der richtigen Eingangsgrößen.
Lärm
ist unerwünschter Schall und beschreibt Geräusche, die stören, belästigen oder die die Gesundheit gefährden. Lärm ist demnach zunächst ein subjektives Phänomen, da jeder Mensch eine individuelle Schallempfindung hat. Neben kurzzeitigen Schallereignissen (Spitzenpegel) werden häufig über längere Zeiträume erfasste Geräuschbelastungen betrachtet. Diese Mittelungspegel werden durch standardisierte Verfahren ermittelt. In das Mittel fließen Häufigkeit, Dauer und die Stärke der einzelnen Schallereignisse ein. Man versucht so, ein objektives Maß für die Lärmbelastung zu erhalten. Um der unterschiedlichen Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs für unterschiedlich hohe Töne Rechnung zu tragen, wird aus dem Schalldruckpegel der sogenannte A - bewertete Schalldruckpegel (dB (A)) gebildet.
Der Beurteilungspegel
ist der aus dem Mittelungspegels des zu beurteilenden Geräusches und gegebenenfalls aus Zuschlägen gemäß dem Anhang für Ton- und Informationshaltigkeit, Impulshaltigkeit und für Tageszeiten mit erhöhter Empfindlichkeit gebildete Wert zur Kennzeichnung der mittleren Geräuschbelastung während jeder Beurteilungszeit.
Der Lärmindex
ist eine physikalische Größe für die Beschreibung des Umgebungslärms, der mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen in Verbindung steht.
Die Lärmindizes
Lday, Levening und Lnight der EU-Richtlinie 2002/49/EG entsprechen den energieäquivalenten Dauerschallpegeln für den Tag-, Abend- und Nachtzeitraum. Die genaue Festlegung der Zeiträume erfolgt innerhalb des in der Richtlinie vorgegebenen Rahmens durch den Mitgliedstaat. In Deutschland wurden die Zeiten auf 6:00-18:00, 18:00-22:00 und 22:00 bis 6:00 Uhr festgelegt.
Der Tag-Abend-Nacht-Lärmindex
Lden wurde ebenfalls mit der EU-Richtlinie 2002/49/EG eingeführt. Er ist ein Mittelungspegel aus den Lärmindizes für den Tag-, Abend- und Nachtzeitraum. Im Lden ist die Dauer der Zeiträume berücksichtigt. Für den Abend- bzw. den Nachtzeitraum werden 5 bzw. 10 dB dazugerechnet.
Lärmkarten
stellen die Lärmbelastung der Bevölkerung getrennt für jede Lärmart (Straßen-, Schienen-, Flug-, Industrie- und Gewerbelärm) grafisch und flächenhaft dar. Die Lärmbelastung wird über eine Lärmausbreitungsrechnung ermittelt, in die neben den Emissionsdaten der relevanten Quellen auch Daten über die Bebauung und andere Hindernisse sowie über das natürliche Gelände eingehen.
Der Lärmaktionsplan
soll Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Lärmminderung sowie zum Schutz ruhiger Gebiete festlegen.
Isophonen
sind Linien gleichen Lautstärkeempfindens. Der Wert in Phon gibt an, welchen Schalldruckpegel (in dB) ein Sinuston mit einer Frequenz von 1000 Hz besitzt, der gleich laut wie das Schallereignis empfunden wird.
Ansprechpartnerin:
Dr. Ute Wenzel
Referat Umwelt
Abteilung: Umweltplanung/Umweltinformation/aGEnda 21
Telefon: 0209/169/4214
E-Mail: ute.wenzel@gelsenkirchen.de
Lärm - Übersicht
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